A Million Little Things (Serie, 5 Staffeln, 87 Episoden, 2018 bis 2023)
Es gibt Serien, die einen sofort in ihren Bann ziehen, aber dennoch nie den ganz großen Durchbruch schaffen. A Million Little Things, eine berührende Dramaserie von ABC, gehört zweifellos zu diesen unterschätzten Perlen. Oft mit NBCs Erfolgsserie This Is Us verglichen, stand sie von Anfang an im Schatten ihres „großen Bruders“ und konnte außerhalb der USA nicht die Aufmerksamkeit erlangen, die sie verdient hätte. Im deutschsprachigen Raum ist sie sogar weitgehend unbekannt geblieben – dabei handelt es sich um ein bewegendes und facettenreiches Serienjuwel, das auf Disney+ entdeckt werden kann.
A Million Little Things ist kein typisches Drama. Es ist eine feinfühlige und tiefgründige Erzählung, die komplexe Themen wie psychische Gesundheit, sexuellen Missbrauch, Krankheit, Verlust, Eheprobleme, Untreue und Vergebung mutig anspricht. Die Figuren sind so nahbar und realistisch, dass man sich von Anfang an mit ihnen verbunden fühlt. Sie machen Fehler, haben Schwächen, aber sie lieben und kämpfen – oft auch füreinander.
Wenn es jedoch eine Figur gibt, die A Million Little Things zusammenhält, dann ist es Gary Mendez, gespielt von James Roday Rodriguez. Vielen dürfte der Schauspieler aus der Comedyserie Psych bekannt sein, doch hier zeigt er eine völlig neue Seite von sich. Gary ist das Herz und die Seele der Gruppe – schlagfertig, charmant und immer für einen Lacher gut, aber zugleich auch zutiefst verletzlich. Seine eigene Krebserkrankung, seine aufrichtige Liebe zu Maggie (Allison Miller) und seine bedingungslose Loyalität gegenüber seinen Freunden machen ihn zu einem der komplexesten und liebenswertesten Charaktere der Serie. Gary ist derjenige, der die Gruppe zusammenhält, der Tröster, aber auch derjenige, der die unbequemen Wahrheiten ausspricht.
Authentisch und nah am Leben
Was diese Serie so besonders macht, ist ihre Authentizität. Die Figuren sind keine idealisierten Helden, sondern Menschen mit Ecken und Kanten. Ihre Herausforderungen – sei es der Verlust eines geliebten Menschen, eine lebensverändernde Diagnose oder die alltäglichen Kämpfe in Beziehungen – fühlen sich echt an. Man bekommt das Gefühl, dass die Serie direkt aus dem Leben gegriffen ist.
Die Drehbuchautoren gehen dabei sehr einfühlsam mit schwierigen Themen um, ohne sie zu dramatisieren oder zu banalisieren. Es ist die Mischung aus herzzerreißendem Drama und wohltuendem Humor, die den Zuschauer mitnimmt. Oft wechselt man innerhalb einer Episode zwischen Lachen und Weinen, was die emotionale Achterbahnfahrt umso intensiver macht.
Eine unterschätzte Besetzung überzeugt auf ganzer Linie
Die Darsteller von A Million Little Things sind keine großen Hollywood-Namen, doch gerade das macht die Serie so besonders. Mit ihrer Natürlichkeit und ihrem Feingefühl für die Figuren hauchen sie ihren Rollen Leben ein. James Roday Rodriguez glänzt als Gary, aber auch Romany Malco (Rome) und Christina Moses (Regina) stechen durch ihre nuancierten Leistungen hervor. Allison Miller liefert als Maggie eine bewegende Darstellung einer Frau, die nicht nur gegen den Krebs, sondern auch für ihre Lebensfreude kämpft.
Das Serienfinale: Ein Meisterwerk des Abschieds
Nach fünf Staffeln und 87 Episoden findet die Serie einen Abschluss, der die gesamte Reise der Charaktere würdigt. Selten gelingt es einer Serie, ihre Geschichte so rund und emotional befriedigend zu beenden wie A Million Little Things. Das Finale ist ein Gänsehautmoment, der alles in den richtigen Kontext setzt und den Zuschauer mit einem bittersüßen Gefühl des Abschieds zurücklässt. Es ist ein Ende, das man nicht so schnell vergisst und das zeigt, wie sehr einem diese Figuren ans Herz gewachsen sind.
Fazit: Ein verstecktes Serienjuwel
A Million Little Things ist eine Serie, die durch ihre Ehrlichkeit und emotionale Tiefe besticht. Sie mag nie die Aufmerksamkeit erhalten haben, die sie verdient, aber für diejenigen, die sie entdecken, wird sie zu einer unvergesslichen Erfahrung. Mit Themen, die mitten aus dem Leben gegriffen sind, und Figuren, die einem wie alte Freunde vorkommen, bietet sie Drama, Humor und Hoffnung in perfekter Balance. Wer Serien wie This Is Us oder Brothers & Sisters schätzt, sollte sich diese Serie nicht entgehen lassen.
Die Serie ist auf Disney+ verfügbar und lädt zu einem Binge-Watching-Marathon ein, der jeden Zuschauer zum Nachdenken bringt – und vor allem zum Fühlen.




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